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23. Juni 2026

Kein Funk, kein Zug

Am Dienstagabend stand der Bahnverkehr in ganz Deutschland still. Auslöser war eine Störung im digitalen Zugfunk GSM-R; ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte sie der dpa. Alle Züge wurden vorsorglich an den Bahnhöfen gehalten. Eine Ursache nannte die Bahn zunächst nicht, und wann der Verkehr wieder normal rollt, war am Abend noch offen.

Warum legt ausgerechnet eine Funkstörung das ganze Netz lahm? Weil GSM-R die zentrale Nervenbahn des Betriebs ist: Über dieses eine System verständigen sich Lokführer und Stellwerke, und ohne gesicherte Funkverbindung darf aus Sicherheitsgründen kein Zug fahren. Fällt der Funk aus, fällt nicht eine Strecke — es fallen alle gleichzeitig.

Bemerkenswert ist nicht der Ausfall, sondern seine Wiederkehr. 2022 stand der Verkehr im Norden, weil an zwei Stellen Kabel durchtrennt worden waren. 2024 legte ein Stromausfall den GSM-R-Knoten im Raum Frankfurt lahm. Jetzt, 2026, wieder — die Ursache diesmal noch offen. Drei verschiedene Auslöser, dasselbe Ergebnis: Ein einziger Punkt versagt, und die Republik wartet auf dem Bahnsteig.

Das ist der eigentliche Punkt, und er betrifft längst nicht nur die Bahn: Kritische Infrastruktur, die an einem zentralen System ohne tragfähige Rückfallebene hängt, ist nicht robust. Sie ist nur noch nicht ausgefallen — bis zum nächsten Mal. (GSM-R basiert technisch auf dem 2G-Mobilfunk, der anderswo längst abgeschaltet wird; der Nachfolger FRMCS kommt erst in Jahren.)

Quelle: Deutsche Bahn (Sprecher gegenüber dpa), via t-online

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