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22. Juli 2026

„Durchbruch bei der Datensouveränität: Landesamt verschlüsselt Bürgerdaten so sicher, dass niemand mehr rankommt — auch das Landesamt nicht“

WIESBADEN (bbn) — Es ist ein Satz, den man in der deutschen Verwaltungsdigitalisierung so noch nie gehört hat: „Wir haben fertig, und es funktioniert.“ Gesprochen hat ihn am Montag Dr. Sigrun Bredenbach, Leiterin des Hessischen Landesamts für Verwaltungsinnovation (HLVI), bei der Vorstellung des Projekts „SouveränPlus“. Als erste Behörde Deutschlands hat ihr Haus die volle Souveränität über sämtliche Bürgerdaten erreicht: Seit der Umstellung vor sechs Wochen hat nachweislich kein Unbefugter auf die Daten zugegriffen. Und kein Befugter.

„Datensouveränität heißt: Wir allein entscheiden, wer unsere Daten liest“, erklärte Bredenbach vor Journalisten. „Wir haben entschieden: niemand. Das ist die konsequenteste Auslegung, und wir sind stolz, dass Hessen hier vorangeht.“ Die Bürgerdaten des Amtes lagern seither dreifach verschlüsselt auf einem Server im Keller der Behörde. Den Schlüssel verwahrt ein Tresor im Dienstzimmer der Amtsleitung. Die Tresorkombination wiederum liegt — aus Sicherheitsgründen — in einer verschlüsselten PDF-Datei. Auf dem Server im Keller.

Das beauftragte Systemhaus spricht von einem „in sich geschlossenen Sicherheitskonzept ohne bekannte Schwachstellen“ und verweist darauf, dass sämtliche Penetrationstests erfolgreich verlaufen seien: Keiner der beauftragten Angreifer sei an die Daten gekommen. Auf die Frage, ob im Gegenzug noch irgendein Verwaltungsvorgang möglich sei, verwies das Unternehmen an die Behörde. Die Behörde verwies auf ihr Faxgerät.

Tatsächlich läuft der Publikumsverkehr im HLVI nach Angaben von Mitarbeitern weitgehend störungsfrei weiter. Bürgerinnen und Bürger, deren Vorgänge seit der Umstellung bearbeitet werden sollen, werden gebeten, ihre Unterlagen einfach erneut einzureichen — in Papierform, in dreifacher Ausfertigung. „Das Verfahren hat sich bewährt“, so ein Sachbearbeiter, der anonym bleiben möchte, weil er sein dienstliches Passwort seit der Umstellung ebenfalls nicht mehr kennt. „Ich sage den Leuten immer: Ihre Daten sind bei uns so sicher, dass nicht einmal wir wissen, ob wir sie haben.“

Besonders glänzt das Amt beim Datenschutz. Auskunftsersuchen nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung, in anderen Behörden ein monatelanger Kraftakt, beantwortet das HLVI inzwischen taggleich und wahrheitsgemäß mit einem Standardschreiben: „Über Sie liegen uns keine lesbaren Informationen vor.“ Beschwerden gab es bislang keine. Es wäre auch unklar, an wen — die Beschwerdedatenbank ist Teil des Systems.

Für das Projekt erhielt das Landesamt vergangene Woche den Verwaltungspreis „Digitaler Leuchtturm 2026“, Kategorie „Vertrauen durch Technik“. Drei weitere Bundesländer haben Delegationen nach Wiesbaden entsandt, um das Modell zu übernehmen. Bredenbach warnt allerdings vor überzogenen Erwartungen: „Diese Sicherheit fällt nicht vom Himmel. Andere Häuser müssen erst noch digitalisieren, bevor sie ihre Daten auf unser Niveau bringen können.“ Bis dahin, so die Amtsleiterin, bleibe das Fax die souveränste Technologie der deutschen Verwaltung: „Kommt an, kann keiner mitlesen außer dem Empfänger, und verschlüsselt sich nach dem Ausdruck von selbst — durch die Thermopapier-Ausbleichung.“


Satire — die geschilderten Behörden, Personen, Preise und Vorgänge sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit echten Digitalisierungsprojekten sind unbeabsichtigt, aber statistisch schwer vermeidbar.

Quelle: —

Datensouveränität · ▸ Satire

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